Auch wenn man schon damit gerechnet hat, auf den Anruf jetzt ist sie gestorben, reißt es einem doch erst einmal den Boden unter den Füßen weg...
Wenigstens mußte sie mit der Demenz nicht auch noch bettlägerig Jahre lang vor sich hin vegetiert, sie durfe einschlafen und nicht mehr aufwachen. Das habe ich mir für sie gewünscht.
Mein Stiefvater hatte sie nach einem Krankenhaus aufenthalt zur Kurzzeitpflege in ein Heim dort vor Ort gegeben, um sich selber ein bißchen erholen zu können, da sie auch viel einfach losgewandert ist. Er hatte ein tolles Heim gefunden, mit liebevoller Pflege und sehr engagierten Altagsbegleitern. Sie ist sogar noch ein wenig aufgeblüht (körperlich, da geistig durch die Demenz nicht viel zu machen war), und dann hat sich der Körper auf den letzten Akt vorbereitet. Sie war in den letzten zwei Wochen nur noch am schlafen und wurde kaum noch wach.
Heute war dann die Beerdigung. In einem Ruheforst. Das Wetter, aller bestes Frühlingswetter, Sonne, angenehm warm und die Bäume mit den ersten zarten kleinen Blättern. Die Rede war schön und sehr passend. Auch ein sehr persönliches Gedicht (das die Pastorin noch dazu vorgelesen hatte) war sehr berührend sowie tröstlich.
Und vermissen werde ich sie bestimmt noch eine ganze Weile, zumal ich einfach zu wenig Zeit mit ihr zusammen verbringen durfte, aber das war wohl nicht unser Weg.
Im Herzen wird sie immer bei mir sein...



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