Mittwoch, 30. Juli 2025

Praktikum und unerwartete Chancen

Ich hatte mir ein Praktikum in einer Tagespflegeeinrichtung im Nachbarort organisiert. 
Das ist für mich super praktisch, weil ich mit dem Rad hinfahren kann, wodurch ich wieder etwas Geld spare.

Für mich kam dabei heraus, dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat, mit den Senioren zu arbeiten, und dass es sich nicht wie Arbeit angefühlt hat.
Meine Aufgabe war es, Rollstuhlfahrern bei den Spaziergängen am Vormittag und nach dem Mittagessen zu helfen. Außerdem habe ich bei den Bewegungseinheiten zur Aktivierung und zum Erhalt der Muskulatur, beim Frühstück, Mittagessen und Kaffee und Kuchen am Nachmittag sowie bei Spielen am Nachmittag, Ratespielen und Gehirntraining mitgeholfen. Die Zeit verging wie im Flug.

Ich hatte mit Gästen mit Demenz zu tun, was sehr interessant war. Eigentlich bin ich kein geduldiger Mensch, aber in dieser Situation hatte ich unendlich viel Geduld, selbst wenn ich die Geschichte zum achtunddrölfzigsten Mal hörte oder die Frage, wann der Bus fährt, zum fünfzehnten Mal beantwortete. Ich blieb super ruhig, ging auf den Gast ein und antwortete bzw. unterhielt mich mit ruhiger Stimme.

Die beiden, mit denen ich immer wieder zu tun hatte, waren bei mir stets sehr entspannt. Selbst wenn sie vorher eher angespannt waren, hatten sie sich gut entspannt. Auch das Spielen klappte sehr gut, während sie bei den anderen Damen oft nicht so kooperativ waren. Das hat mir richtig Auftrieb gegeben und mir Mut gemacht, diesen Weg zu gehen, auch wenn es „nur” ein Hilfsjob ist.

Während meiner Zeit in der Tagespflege habe ich von den Gästen sehr viel Zuspruch und positive Rückmeldung bekommen, was mir sehr gut getan hat.
In meinem letzten Team spiegelten mir alle bis auf zwei Kollegen, dass ich das Problem bin und irgendwie verkehrt bin. Und dass es an mir liegt, dass dort alles so schwierig ist.

Zum Ende des Praktikums bekam ich ein Zeugnis, das nicht nur meine Teilnahme an einem zweiwöchigen Praktikum bestätigt, sondern auch meine Leistung mit der Note 1 bewertet.
Ich erhielt auch das Angebot, dort anzufangen, da sie ab September eine freie Stelle haben.

Also habe ich der Agentur für Arbeit gleich geschrieben, dass ich dringend ein Gespräch brauche, um das weitere Vorgehen zu klären, da ich ein Angebot für eine Anstellung habe, allerdings auch diese Fortbildung zur Betreuungskraft nach § 43b SGB XI benötige. Dieser Kurs dauert drei Monate und erfordert ein Praktikum, um überhaupt starten zu können, sowie ein weiteres Praktikum im Anschluss an den Kurs.

Meine Bearbeiterin hat mir für Dienstag einen Termin organisiert und ich hatte somit auch schon den Weiterbildungsgutschein in der Tasche. Mit diesem habe ich mich dann sofort bei einem der infrage kommenden Anbieter angemeldet.

Auch da hatte ich Glück: Der von mir gewählte Anbieter hat hier im Ort eine Zweigstelle, sodass ich bequem mit dem Rad hinfahren kann. Es wird im August losgehen.

Es bleibt nur noch, den zukünftigen Arbeitgeber zu informieren, dass ich die Weiterbildung machen möchte und wann der Kurs startet. Ich hoffe, es ist ihnen dann nicht zu lange, bis ich den Abschluss habe.

Aber ich bin mir sicher, dass es klappen wird.



Donnerstag, 10. Juli 2025

Bürokratie aus der Hölle

Ich bin gerade dabei, Hospitations- und Praktikumsplätze zu suchen und auszumachen. Das scheitert fast, weil man so etwas bei der Arbeitsagentur anmelden muss. Ich möchte aber gerne eine Anzeige zwecks Schwarzarbeit (Praktika und Hospitationen sind hier unentgeltlich!) vermeiden.

Kontakt bekommt man nur über die App. Wenn dein Ansprechpartner im Urlaub, krank oder plötzlich in eine andere Stadt ausgeliehen ist, weil es dort noch unterbesetzt ist, kümmert sich erst einmal niemand darum.

Es bleibt nur, die 0800-Nummer anzurufen, sich durch das Callcenter zu hangeln und eine Notiz für einen Rückruf hinterlegen zu lassen. *nerv

Der entsprechende Part in der App wurde bei mir auf den allerletzten Drücker freigeschaltet, sodass ich alles eintragen konnte. Anschließend wurde es genehmigt, wodurch ich es offiziell machen konnte.

Dienstag war ich bei der Lebenshilfe und habe mir die Werkstätten angesehen. Ich war schwer beeindruckt, wie viel dort gemacht wird und wie positiv die Stimmung ist.

Egal, ob Teilnehmer oder Anleiter – jeder geht gerne zur Arbeit und fühlt sich dort wohl. Der Beruf ist sehr erfüllend, kein Tag ist gleich, er ist natürlich auch manchmal sehr anstrengend und doch so erhebend. Es ist motivierend.

Nächste Woche absolviere ich dann noch das zweiwöchige Praktikum in einer Tagespflege. Im Altenheim hatte ich bereits hospitiert und für mich herausgefunden, dass es das definitiv nicht ist.

Die Tagespflege ist vielleicht etwas anderes, da die meisten Teilnehmer freiwillig kommen, um Abwechslung in ihren Alltag zu bringen und unter Leute zu kommen.

Allerdings bin ich mir sehr sicher, dass meine Eindrücke bei der Lebenshilfe nicht zu toppen sein werden.

Danach möchte ich noch einmal zur Lebenshilfe, um dort am Tisch mitzuarbeiten und zwischen den Teilnehmern zu stehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es ist, mit behinderten Menschen zu arbeiten. Am Dienstag habe ich mir zunächst einen Überblick verschafft und viele Informationen gesammelt.

Ein weiterer Pluspunkt der Lebenshilfe ist, dass ich dort eine Ausbildung zur Sonderpädagogin machen kann, um besser gerüstet zu sein. Diese Ausbildung würde mir helfen, sollte ich mich noch einmal weiterentwickeln wollen, um doch noch den PSA (Psycho-Soziale-Assistenz) zu machen. Ich habe also trotz neuem Job und neuer Richtung noch alle Wege offen.





Freitag, 4. Juli 2025

und sonst so?

Und schon ist wieder ein halbes Jahr vorbei. Was bisher geschah ...

Da die Stimmung im Team meines letzten Arbeitsplatzes unterirdisch war und mein Chef nicht alle entfernen konnte, die für all diese Probleme verantwortlich waren, habe ich mich für meine Gesundheit entschieden und gekündigt.

Natürlich trauere ich den sehr guten Konditionen ein wenig nach, aber was sind diese wert, wenn Mobbing und Intrigen an der Tagesordnung sind?

Da sind mir meine körperliche und geistige Gesundheit wichtiger.

Bevor ich diesen Schritt gegangen bin, habe ich mit der Arbeitsagentur und meinem Arzt Rücksprache gehalten. Es tat gut zu sehen, wie erschüttert mein Gegenüber über die Umstände dort war. Denn natürlich habe ich mir immer wieder gesagt: „Stell dich nicht so an, das ist alles nur halb so wild, die anderen haben doch auch keine Probleme.” (Bis einer der Kollegen, der schon seit x Jahren dort ist, mit einem Nervenzusammenbruch eine Burnout-Pause einreichen musste.)

Jetzt, vier Monate später, habe ich das Coaching abgeschlossen, das ich bekommen habe, da ich meinen Beruf komplett an den Nagel hängen und mich neu aufstellen will.

Eine Hospitanz habe ich bereits absolviert. Mein Learning daraus: Ein Altenheim ist definitiv nichts für mich. Eine weitere Hospitanz habe ich schon ausgemacht: Diesmal geht es in die Werkstatt der Lebenshilfe. Andere Bereiche will ich mir auch noch gerne ansehen. Außerdem habe ich bereits ein Praktikum in der Tagespflege vereinbart.

Wenn ich mir dann darüber klar bin, was ich genau machen möchte, wo ich mich sehe und was ich über die Schnuppertage/Praktika herausfinden kann, werde ich mich um eine entsprechende Ausbildung/Fortbildung kümmern.

Eigentlich weiß ich genau, was ich machen will, aber ohne Umwege werde ich wohl nicht dorthin kommen, aber das macht nichts, denn es gibt immer einen Weg, um ans Ziel zu kommen.

Am liebsten wäre mir der Bereich Wiedereingliederung für Menschen mit psychischen Problemen und die Begleitung. Ich werde alles dafür tun, um schließlich dort arbeiten zu können.

Nächste Woche geht es mit dem Hospitieren los und ich bin schon sehr gespannt, welche Eindrücke ich davon mitnehmen werde.

Song of the day



Bücher und Audiobooks - März

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